Cyclassics 2026: Was jetzt noch in die Werkstatt muss
Am Sonntag, den 16. August, ist es wieder soweit. Wir kennen das von beiden Seiten: aus der Werkstatt, wo in den Tagen davor die Schaltungen eingestellt werden, und vom Rad aus, weil wir selbst mitfahren. Deshalb hier keine Trainingstipps, sondern das, was wir wirklich beurteilen können.
Vor dem Rennen
Was dein Rad jetzt braucht
Für einen reinen Check reicht der letzte Werkstatttag vor dem Rennen. Wenn nur die Schaltung eingestellt, die Bremse kontrolliert oder eine Kleinigkeit erledigt werden soll, bekommen wir das problemlos noch hin.
Anders sieht es aus, wenn Verschleißteile getauscht oder Teile bestellt werden müssen. Dann sollte dein Rad spätestens Dienstag oder Mittwoch vor dem Rennen bei uns sein, also am 11. oder 12. August. Eine Kette, eine Kassette oder Bremsbeläge sind schnell gewechselt. Wenn das Teil aber erst kommen muss, wird es sonst eng. Kurz: kleiner Check geht spontan, alles mit Ersatzteilen bitte früher.
Was du diese Woche dagegen nicht mehr anfassen solltest, ist die Sitzposition. Wenn du monatelang mit einer bestimmten Einstellung gefahren bist, ist die Woche vor dem Rennen der schlechteste Zeitpunkt, um an Sattelhöhe, Vorbau oder Cockpit zu drehen. Was sich im Stand besser anfühlt, kann nach 40 Kilometern ins Knie oder in den Nacken gehen. Verschleißteile sind etwas anderes: Bremsbeläge, Kette oder Kassette kannst du problemlos noch tauschen, wenn sie wirklich verschlissen sind. Halb verschlissene Teile tauschen wir nicht aus Prinzip, nur weil ein Rennen ansteht.
Bei uns kommen vor den Cyclassics meistens dieselben Arbeiten rein: Schaltung sauber einstellen, schleifende oder quietschende Bremsen beseitigen, dazu ein kurzer Sicherheits- und Funktionscheck. Zwei Dinge geraten dabei regelmäßig in Vergessenheit. Wer tubeless fährt und das Setup lange nicht gewartet hat, sollte die Dichtmilch rechtzeitig erneuern: alte, eingetrocknete Milch dichtet im Ernstfall nichts mehr ab, und das merkst du genau dann, wenn du es nicht gebrauchen kannst. Und wer eine gewachste Kette fährt, schaut nach, ob noch genug Wachs drauf ist.
Wenn du zum ersten Mal dabei bist, ist der wichtigste Tipp keiner aus der Werkstatt: geh entspannt ran und hab Spaß. Gerade beim ersten Mal fährst du in einer großen Gruppe, und das ist ungewohnt, enger und hektischer als jedes Training. Fahr defensiv, bleib aufmerksam und halte hinten heraus noch Reserven. Lieber eine Minute langsamer ins Ziel als wegen unnötigem Risiko auf dem Asphalt.
Die 60 Kilometer heißen seit diesem Jahr The Experience, starten am Alsterglacis und führen durch den Kreis Pinneberg über Kösterberg, Elbchaussee und Reeperbahn. Die 110 Kilometer, The Challenge, gehen zweimal über die Köhlbrandbrücke und erstmals auch zweimal über die Neue Elbbrücke. Beide enden auf der Mönckebergstraße.
Und danach? Meistens gar nichts. Du musst nach den Cyclassics nicht automatisch in die Werkstatt. Die Belastung ist hier normalerweise nicht außergewöhnlich hoch. War dein Rad vorher in Ordnung und ist unterwegs nichts passiert, gibt es keinen Grund für einen Termin. Zu uns solltest du, wenn du gestürzt bist, wenn dir etwas aufgefallen ist, wenn die Bremsbeläge ohnehin runter waren oder wenn die nächste Inspektion sowieso ansteht. Und die richtet sich nicht nach dem Rennen, sondern nach deinem normalen Intervall, also etwa nach 2.000 Kilometern oder wenn du Verschleiß merkst.
Zum Schluss noch etwas Unsachliches: Das Schönste an dem Tag ist die Zieleinfahrt. Du bist eigentlich komplett leer, dann kommst du mit hoher Geschwindigkeit durch die Zuschauer auf die Mönckebergstraße, überall klatschen Leute gegen die Banden, der Puls geht noch einmal hoch, und für einen kurzen Moment fühlst du dich tatsächlich wie ein Profi. Auf der langen Strecke kommt die Fahrt über die Köhlbrandbrücke dazu. Jedes Mal wieder.
Aus Erfahrung
Was Fahrer regelmäßig vergessen
- Keine Experimente am Renntag: nicht das Gel ausprobieren, das du noch nie gefahren bist, und das Frühstück nicht umstellen.
- Früh trinken, nicht erst wenn du Durst hast. Dann ist es schon spät.
- Den Starterbeutel am Abend vorher komplett durchgehen. In Ruhe, nicht morgens um sechs.
- Pannenausrüstung einpacken: Ersatzschlauch, Werkzeug zum Wechseln und Luftpumpe oder Kartusche.
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